Zum ersten Mal äussern sich Vertreter von Muslimen, Christen und Juden gemeinsam zu Flüchtlingsfragen. In einer interreligiösen Erklärung fordern sie ihre Mitglieder auf, sich für Flüchtlinge zu engagieren. Gleichzeitig appellieren sie an Staat und Politik, Verantwortung für die Bedürfnisse von Flüchtlingen zu übernehmen.

Unterstützt wird dieses Projekt des Schweizerischen Rats der Religionen (SCR) vom UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR). Der Festakt zur Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung fand am 7. November 2018 in Bern statt.

Insgesamt fünf Appelle zur Schweizerischen Flüchtlingspolitik sind darin formuliert. Dazu gehört der Schutz vor Ort, welcher ein wichtiges Ziel der Schweizer Flüchtlings- und Aussenpolitik sein soll. In der Schweiz braucht es gemäss Erklärung zudem faire und effektive Asylverfahren, in denen der Flüchtlingsbegriff gemäss Genfer Flüchtlingskonvention umfassend angewendet wird. So sollen von Bürgerkrieg betroffene Menschen den Flüchtlingsstatus statt einer vorläufigen Aufnahme erhalten.

Unerlässlich sei auch, dass dem Recht auf Familienleben Rechnung getragen werde, sowie eine frühzeitige Integration von Flüchtlingen. Insbesondere in diesem Bereich können Religionsgemeinschaften ihren Beitrag leisten, indem sie Freiwilligenarbeit, Nachbarschaftshilfe und individuelle Initiativen starten, tragen und unterstützen. Für Flüchtlinge wiederum ist gemäss Erklärung die Respektierung hiesiger Regeln zentral, um sich integrieren zu können und Teil dieser Gesellschaft zu werden. Selbstredend gelten auch für sie die in der Bundesverfassung verankerten Werte. Weiter wird eine Rückkehr in Würde für Personen gefordert, welche die Kriterien für die Schutzgewährung nicht erfüllen. Dazu gehören menschenrechtliche Standards beim Vollzug der Wegweisung und die Beachtung des Kindeswohls in jeder Situation.

Hier finden Sie die Erklärung sowie weitere Informationen zum Thema:

 

Jugendliche in der Schweiz stimmen eher Ideologien von Extremismus zu, als dass sie extremistische Gewalt befürworten. Dies geht aus einer neuen Studie der ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaftten), die in Zusammenarbeit mit der HETS (Haute École de Travail Social Fribourg) durchgeführt und am 6. Juni 2018 vorgestellt wurde, hervor. Linksextremismus ist mit 7 Prozent etwas verbreiteter als Rechtsextremismus. Islamistisch eingestellt sind demnach nur 2,7 Prozent der muslimischen Jugendlichen.

Befragt wurden im 2017 über 8000 Jugendliche im Alter von 17 bis 18 Jahren in zehn Kantonen. Mit einer Rücklaufquote von ca. 39% war die Beteiligung aber nicht sonderlich hoch. Ausserdem waren muslimische Jugendliche mit 9.6% überproportional vertreten (der Anteil der Muslime an der Schweizer Gesamtbevölkerung beträgt knapp 5%).

Die vollständige Studie kann hier heruntergeladen werden.

 

 

Jedes Jahr in der ersten Novemberwoche hat die «Woche der Religionen» ihren festen Platz in der interreligiösen Agenda. Rund 100 Veranstaltungen laden jährlich zu Begegnung und Dialog zwischen den in der Schweiz ansässigen Religionen und Kulturen ein. Organisiert wird die Woche vom interreligiösen Netzwerk IRAS COTIS.

Diese Jahr findet die Woche der Religionen vom 3.-11.11.2018 statt. Detaillierte Informationen zum Programm können hier eingesehen werden:

 

Im Rahmen der «Woche der Religionen» öffnen Moscheen im Kanton Zürich und im Aargau am 10., resp. 11. November 2018 ihre Türen.

Es wird angestrebt, eine stabile Verständigungsbrücke zwischen den Menschen aller Religionen und Kulturen aufzubauen und einen respektvollen Umgang gegenseitig zu fördern.

Jedermann und jede Frau, Familien, Bekannte und Kinder, auch Schulen und weitere Institutionen sind herzlich willkommen.

Weitere Details und Infos können hier entnommen werden:

Percikan Iman, ein muslimischer Verein, der 2012 gegründet wurde und dessen Mitglieder zu einem grossen Teil aus Südostasien stammen und in den verschiedensten Regionen der Schweiz wohnen, ruft zur Spendensammlung für die Erdbeben- und Tsunami-Opfer in Indonesien auf:

Assalamualaikum warahmatullahi wa ba rakaatuh,

Im Zusammenhang mit den Naturkatastrophen des Erdbebens und des Tsunami, die gerade in Zentral-Sulawesi stattgefunden haben, insbesondere in den Städten Palu und Donggala, sind wir besorgt und bedauern die Opfer. Wir fühlen uns berufen, die Last unserer Brüder und Schwestern zu entlasten, indem wir Spenden sammeln, mit denen wir das Programm von Rumah Zakat Indonesia, das derzeit Teams an die Unglücksstelle entsendet, unterstützen wollen.

Wenn Sie bereit sind zu spenden, füllen Sie bitte das Formular unter diesem Link aus.

Bitte überweisen Sie Ihre Spende (nur in Form von Geld, nicht Waren) auf dieses Konto, die bis zum 31. Oktober 2018 erwartet wird:

Verein Percikan Iman
8000 Zürich
Postkonto: 60-496610-7 / IBAN CH89 0900 0000 6049 6610 7

JazakumAllah Khairan Katzsran,           

Wassalamualaikum warahmatullahi wa ba rakaatuh

 

Am 5. Oktober 2018 veröffentlichten der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG), die Plattform der Liberalen Juden der Schweiz (PLJS) sowie die Föderation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz (FIDS) eine gemeinsame Erklärung.

Darin geben sie ihren Willen bekannt, entschieden gegen Juden- und Muslimhass einzutreten sowie gegen jegliche Form von Rassismus zu kämpfen, um ein Klima des wechselseitigen Respekts und der gegenseitigen Achtung zu schaffen.

Lesen Sie hier die vollständige Medienmitteilung.

In einem bemerkenswerten Interview, das am 3. Oktober 2018 im Blick unter dem Titel «Ich spielte willig die Rolle des Bösen» veröffentlich wurde, bricht der mittlerweile 58-jährige Walliser mit österreichischen Wurzeln sein langes Schweigen. Seit seiner Abwahl als als Walliser Stadtrat im März 2017 war nicht mehr viel von ihm zu hören, ausser dass er ein Buch mit Titel «Die dunkle Seite des Lichts» veröffentlicht hat, in der er in Tagebuchform die Geschehnisse rund um seine Abwahl schildert.

Bekannt ist Oskar Freysinger unter anderem als lautstarker und dedizierter Islamgegner (islam.ch hat mehrmals darüber berichtet), und so sagt er auch im Interview in Anspielung auf seine frühere Mitgliedschaft bei der CVP: «Wir müssen sie [die Werte der CVP, Anm. d. Red.] verteidigen und uns gegen äussere Einflüsse vor allem aus islamischen Kreisen wehren. Wenn wir unsere Werte verleugnen, wird diese Leere ausgefüllt. Mit Gender kann man die Dogmatik des Islams nicht bekämpfen.» Also genau so, wie wir ihn kennen…

Aber dann: «Aber seit sechs Monaten studiere ich sehr intensiv den Sufismus. Ich lese Schriften von Rumi und Bayazid Bastami. Die Texte dieser Mystiker des Islams sind genial!». Das ist wahrlich interessant. Aber er sagt auch: «Dieser Teil des Islam ist mit unseren Werten kompatibel. Leider werden die Sufis von den Islamisten bekämpft.»

Sehr aufschlussreich ist auch, dass er sich sehr schwer damit tun, sich klar und und unmissverständlich vom Rechtsradikalismus abzugrenzen und diesen ohne Wenn und Aber zu verurteilen. Stattdessen sagt er auf die Frage, dass dank der AfD rechtsextremes Gedankengut in Deutschland wieder salonfähig wurde: «Ach, alles, was rechts der Mitte ist, wird heutzutage als rechtsextrem verunglimpft. Die Nazikeule kommt inflationär.»

Ach ja? Ist das etwa genau so, wie alles, das irgendwie mit Islam zu tun hat, von gewissen Kreisen sofort in die Extremismus-Ecke gestellt wird? Jedenfalls darf man gespannt sein, womit Herr Freysinger sich wieder in Szene setzen wird…

Lesen Sie hier das vollständige Interview auf Blick online.

Wir freuen uns, das neue «Gewand» von islam.ch vorzustellen zu dürfen. Nach langer Vorbereitungszeit, bei der auch einige technische Hürden zu überwinden waren, sind wir nun mit dem neuen Webauftritt online, alhamdulillah.
Das Webportal islam.ch enstand ursprünglich als eine Dienstleistung von «Muslime, Musliminnen der Schweiz» (MMS) im Jahre 1997. Zwischen dem 15. März 2008 und dem 31. August 2018 wurde das Portal durch die Redaktion der Zeitschrift «Die Barmherzigkeit» betreut.
Seit dem 1. Oktober 2018 liegt die Verantwortung für islam.ch nun bei der «Föderation islamischer Dachorganisationen der Schweiz» (FIDS) mit Sitz an der Bahnstrasse 80 in Regensdorf.

Wir freuen uns auch auf Feedback und Anregungen unserer Leserschaft, damit wir islam.ch noch weiter verbessern können.

Ihr islam.ch-Team

Nach dem dem Tessin gibt es nun auch im Kanton St. Gallen ein Verhüllungsverbot. Im Volksmund ist vom Burka-Verbot die Rede, denn es geht im Grunde genommen um die Verschleierung muslimischer Frauen.

Knapp 67 Prozent der Wähler haben an der Abstimmung vom 23. September 2018 der Vorlage, die der Kantonsrat 2017 mit den Stimmen von SVP und CVP beschlossen hatte, zugestimmt. Zur Abstimmung kam es, weil die Jungsozialisten und die Jungparteien der Grünen und Grünliberalen das Referendum gegen die Vorlage ergriffen hatten.

Bestraft wird künftig, wer im öffentlichen Raum sein Gesicht verhüllt, sofern dies «die öffentliche Sicherheit oder den religiösen oder gesellschaftlichen Frieden bedroht oder gefährdet». Ob eine solche Bedrohung oder Gefährdung vorliegt, ist in jedem einzelnen Fall zu beurteilen.

Das Verhüllungsverbot im Kanton Tessin, das seit zwei Jahren in Kraft ist, trifft nach Medienberichten vor allem vermummte Fussballfans. Burka-Trägerinnen wurden bisher kaum gebüsst. Seit Juli 2016 gab es 37 Verfahren sowie einige Verwarnungen ohne Polizeibericht. Im ersten Halbjahr 2018 wurden etwa 10 verhüllte Gesichter registriert. Fälle von verschleierten Frauen sind an einer Hand abzuzählen.

Somit ist wieder ein Verbot in Kraft getreten, das de facto auf Musliminnen und Muslime zielt. Und rechte Politiker haben bereits genügend Unterschriften für ihre Initiative „ja zum Verhüllungsverbot“ eingereicht, um über ein Schweiz-weites Burkaverbot abzustimmen.