Eine neue Gruppe um die Basler Juristin Stephanie Siegrist will keine öffentlich-rechtliche Anerkennung der islamischen Dachverbände, keine Kopftücher an öffentlichen Schulen für Lehrerinnen und Minderjährige und an Gerichten und ist gegen die Burka.

Die Gruppe, bestehend aus Siegrist, der Basler Grossrätin Ursula Metzger, der Journalistin Monika Zech und dem Lausanner Stadtparlamentarier Benoît Gaillard, will in der SP eine entsprechende Wertedebatte lancieren. Dies gefällt offenbar nicht allen Parteigenossinnen und -genossen.

Lesen Sie hier den vollständigen Artikela aus BAZ online vom 25. Juni 2018

Wie der Verband Aargauer Muslime (VAM) berichtet, wurde am 13. Juni 2018, also nur 9 Tage nach der offiziellen Eröffnung, der erste Verstorbene auf dem neuen muslimischen Grabfeld in Baden bestattet. 

«Innâ Li-llahi wa innâ ilayhi râdschi’ûn. – Zu Allah gehören wir, und zu Ihm ist unsere Rückkehr.»

Rund 250 Personen, Frauen und Männer, fanden sich in der Abdankungshalle des Friedhofes Liebenfels in Baden ein, um vom Verstorbenen Abschied zu nehmen und danach das gemeinsame Totengebet beim muslimischen Grabfeld zu verrichten. Anschliessend wurde der schlichte Holzsarg im vorbereiteten Grab beigesetzt.

Weitere Informationen zum muslimischen Grabfeld in Baden finden sich auf der VAM-Webseite.

Am 8. Juni 2018 kündigte die Österreichische Regierung unter Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) anlässlich einer Pressekonferenz die Schliessung von 7 Moscheen an.

Das für Religionsfragen zuständige Kultusamt begründete die Schliessung demnach mit Verstössen gegen das Islamgesetz. Wegen verbotener Auslandsfinanzierung könnten zudem bis zu 40 Imame des Dachverbands der türkischen Moscheegemeinden in Österreich ihren Aufenthaltstitel verlieren.

Das Islamgesetz von 2015 enthält unter anderem eine ausdrückliche Festlegung des Vorrangs des österreichischen Rechts vor den islamischen Glaubensvorschriften. Geregelt werden auch der rechtliche Status der Organisationen und Moscheevereine, und die Auslandsfinanzierung von religiösen Funktionsträgern wird untersagt. Daneben werden auch Rechte wie das Recht auf Seelsorge, männliche Beschneidung und Speisvorschriften geregelt. Lesen Sie hier ein kurze Zusammenfassung auf ORF.at.

Neben der Türkei haben auch die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) scharf darauf reagiert. In einer Stellungnahme empört sich die IGGÖ «über die Vorgehensweise der Bundesregierung unter dem Deckmantel „Kampf gegen den politischen Islam“». So wird eine sachliche Begründung, wie die Selektion der zu schließenden Vereine erfolgte, bemängelt. Auch wird auch moniert, dass  Politiker, welche sich bis vor kurzem noch mit Vertretern der jetzt kritisierten Vereine in Wahlkampfzeiten fotografieren liessen, diese Einrichtungen jetzt als radikale und extremistische Institutionen an den Pranger stellen. Schliesslich wird ein Drei-Punkte-Plan angekündigt, um die Vereinsstrukturen der betroffenen Moscheen zu eruieren und gegebenenfalls Konsequenzen zu ziehen. Ausserdem soll das Kultusamt angegangen und eine Stellungnahme zu den aktuellen Entwicklungen angefordert werden, da bis dato eine adäquate Miteinbeziehung nicht erfolgt sei. Schliesslich soll auch eine rechtliche Überprüfung der gegenständlichen Massnahmen veranlasst werden.

 

Zu diesem Schluss kommt eine Studie, welche die Universität Duisburg-Essen im Auftrag der Stiftung Mercator durchgeführt hat.

Durchgeführt wurde sie von einem Team von drei Forscherinnen, welche dazu Schülerinnen und Schüler aus Nordrhein-Westfalen befragt haben. Als Hauptkritikpunkte kristallisierten sich dabei Themen wie Geschlecht und Glaubenspraxis sowie die angeblich verbreitete Gewalt und Unzivilisiertheit von Muslimen heraus.

Das Forscherteam konnte dabei zwei zwei dominante zwei Muster erarbeiten:

Zum einen gibt es das Modell des Stellvertreters: Dabei steht eine Person aus dem Umfeld der Jugendlichen stellvertretend für alle Muslime oder den Islam. Die Feindlichkeit ergibt sich aus den (vermuteten) Eigenschaften dieser Person.

Das zweite Muster ist das der Kollektivgeschichte. Demnach werten Jugendliche Muslime dann ab, wenn es in ihrer Familiengeschichte dafür Ansatzpunkte gebe, etwa wenn die Familie oder ihr Umfeld mit dem Nahost-Konflikt zu tun habe.

Die Aufklärung über Islamfeindlichkeit sei wichtig, betont Lamya Kaddor, eine der Autorinnen, in einem Gespräch mit der Deutschen Welle. Dies gerade angesichts aufgeheizter Debatten zum Beispiel in deutschen Talkshows. Viele Menschen äusserten sich islamfeindlich, ohne es zu merken. Bei Jugendlichen könne noch früh angesetzt werden, damit ihre Feindbilder sich nicht verfestigen.

Quellen

Nun ist es auch im Aargau soweit, am 4. Juni 2018 wurde in Baden das erste muslimische Grabfeld eröffnet.

Die Vorbereitungen haben lange gedauert. Seit seiner Gründung im Jahre 2004 hat der Verband Aargauer Muslime (VAM) daran gearbeitet, die Möglichkeiten für die Einrichtung muslimischer Grabfelder im Kanton Aargau abzuklären. Dies gestaltete sich als äusserst aufwändig, da im Kanton Aargau die Verantwortung für das Bestattungswesen bei den Gemeinden liegt. Und im Aargau gibt es momentan 212 Gemeinden…

Imam Muris Begovic und Gemeinderabbiner Noam Hertig haben am 29. Mai 2018 vom Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund und der Plattform der liberalen Juden der Schweiz den ersten Dialogpreis verliehen bekommen. Sie erhielten diese Auszeichnung für ihre unermüdliche Arbeit, Muslime und Juden an einen Tisch zu bringen.

Gemäss Webseite des Dialogpreises spielt für beide junge Geistliche der Dialog eine zentrale Rolle (Rechtschreibfehler korrigiert):

«Beide scheuen sich nicht davor, einen jüdisch-muslimischen Dialog zu führen und das nicht nur hinter verschlossen Türen, sondern öffentlich. Der Dialog zwischen ihnen ist mehr als ein beruflicher Austausch. In den Jahren hat sich eine Freundschaft entwickelt, die auf Vertrauen basiert. Muris Begovic und Noam Hertig tragen gemeinsam das jüdisch-muslimische Begegnungsprojekt Respect mit.

Beide leiteten auch die erste jüdisch-muslimische Dialogveranstaltung von SIG/PLJS und KIOS/FIDS. Diese Initiative entstand mit der gemeinsamen Erklärung der jüdischen und muslimischen Dachverbände im Jahr 2014. Sowohl Noam Hertig und auch Muris Begovic sind damit die „offiziellen“ geistlichen Träger eines gemeinsamen Dialogprojektes der jüdischen und muslimischen Dachverbände.»

Lesen Sie hier auch ein gemeinsames Interview, das die beiden Preisträger dem Tages-Anzeiger gewährt haben (TA online vom 29. Mai 2018)

Laut EU-Verordnung von 2009 müssen Tiere generell vor dem Schlachten betäubt werden. Eine Ausnahme gilt für «bestimmte religiöse Riten». Diese Schlachtungen ohne Betäubung sind in Europa nur in zugelassenen Schlachthöfen zulässig. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg entschieden.

Geklagt hatten muslimische Verbände in Belgien. Zwischen 1998 und 2014 durften Schlachtungen belgischen Flandern nach religiösen Vorschriften auch in temporären Schlachtstätten erfolgen. Hintergrund war, dass normale Schlachthöfe während des islamischen Opferfestes überlastet waren. Ab 2015 waren temporäre Schlachtstellen nicht mehr erlaubt, die flämische Region begründete dies mit dem EU-Recht.

Lesen Sie hier den Bericht auf Deutsche Welle online vom 29. Mai 2018.

 

 

Laut EU-Verordnung von 2009 müssen Tiere generell vor dem Schlachten betäubt werden. Eine Ausnahme gilt für «bestimmte religiöse Riten». Diese Schlachtungen ohne Betäubung sind in Europa nur in zugelassenen Schlachthöfen zulässig. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg entschieden.

Geklagt hatten muslimische Verbände in Belgien. Zwischen 1998 und 2014 durften Schlachtungen belgischen Flandern nach religiösen Vorschriften auch in temporären Schlachtstätten erfolgen. Hintergrund war, dass normale Schlachthöfe während des islamischen Opferfestes überlastet waren. Ab 2015 waren temporäre Schlachtstellen nicht mehr erlaubt, die flämische Region begründete dies mit dem EU-Recht.

Lesen Sie hier den Bericht auf Deutsche Welle online vom 29. Mai 2018.

 

 

Eine Motion von Lorenzo Quadri (Lega/TI), die verlangte, dass Moscheen und Imame keine Gelder aus dem Ausland mehr annehmen dürfen, wurde verworfen. Ausserdem sollten Imame gezwungen werden, Predigten in einer Landessprache zu halten.

Interessant ist die Replik von Justizministerin Simonetta Sommaruga auf den Vergleich mit Österreich, wo es solche Regelungen bereits schon gibt: Dort würden islamische Religionsgemeinschaften unter bestimmten Voraussetzungen anerkannt. In der Schweiz habe dies noch kein Kanton getan. Man könne nicht Pflichten ohne Rechte einfordern.

Mit 29 zu 7 Stimmen bei 4 Enthaltungen ist die Motion klar gescheitert. Der Nationalrat hatte den Vorstoss knapp angenommen.

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel auf 20min.ch vom 29. Mai 2018.

Dieses Jahr gibt es eine Premiere: Das traditionelle islamischen Lager findet nicht in der Schweiz, sondern im süddeutschen Schwarzwald statt, und zwar vom 14. bis 16. September 2018 im Gästehaus Steinabad in der Nähe von Bonndorf (siehe Google Maps).

Steinabad liegt ca. 3 km von Bonndorf entfernt im ruhigen und waldigen Steinatal. Die Unterbringung erfolgt in zwei Gruppenhäusern, die mehrheitlich über 4-Bett-Zimmer verfügen. Dazu kleine Landwirtschaft und die durch das Anwesen fliessnde Steina geben der Anlage eine besondere, idyllische Atmosphäre. 

Die diesjährige Gastreferentin ist Kübra Gümüşay aus Hamburg. Die studierte Politikwissenschaftlerin mit türkischen Wurzeln betätigt sich als Journalistin, Aktivistin und Referentin. Als freie Autorin schreibt sie für Medien wie Die Zeit, Zeit Campus, die Taz, und sie referiert zu den Themen Politik, Islam, Rassismus, Feminismus und Social Media. Dadurch gehört sie mittlerweile zu den prägenden Köpfen unter den Muslimen in Deutschland.

Weitere Informationen zu Programm, Kosten etc. können der Barmherzigkeit-Webseite und dem provisorischen Flyer entnommen wefrden.