Wie die Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz (FIDS) bereits informiert hat, werden dieses Jahr alle ihr angeschlossenen Dachverbände das Ramadanfest (Eid-ul-Fitr) am Sonntag, den 24. Mai 2020 feiern, inshaa’Allah.

Aufgrund der aktuell anhaltenden COVID-19-Pandemie kann das Festg) ebet dieses Jahr leider nicht gemeinsam in den Moscheen durchgeführt werden. Da einige Rechtsschulen (Madhaahib) dies erlauben, besteht aber die Möglichkeit, das Gebet im eigenen Familienkreis selbst zu beten. Auf dem Internet gibt es viele Anleitungen dazu (leider meist nur auf Englisch), z.B. auf der Webseite von MuslimMatters. Falls diesbezüglich Zweifel bestehen, kann man sich an den Imam der entsprechenden Mitgliedsmoschee wenden.

Auch sollte nicht vergessen werden, dass die Zakaat-ul-Fitr unbedingt vor dem Festgebet zu entrichten ist. Es empfiehlt sich, dazu CHF 15.– pro Person im Haushalt zu berechnen.

Das islam.ch-Team wünscht allen Musliminnen und Muslimen gesegnete Festtage voll Freude und Dankbarkeit.

Am 19. März 2020 hat die Albanisch-Islamische Gemeinschaft Reinach mit dem Bau ihrer Religions-, Kultur- und Begegnungszentrum «Tulipan» begonnen (wir berichteten).

Die beiden Einsprachen gegen das «Kulturzentrum mit Mehrzweckhalle, Gastronomie, Kita und Büroräume» konnten auf dem Verhandlungsweg er­ledigt werden. Allerdings war Ende Januar eine zweite Auflage des Baugesuchs mit 15 zusätzlichen Parkplätzen nötig. «Zuletzt brauchte es noch eine Grenz­bereinigung im Bereich des Zufahrtsweges. Die ist unterschrieben», erklärte der Reinacher Gemeindeammann Martin Heiz gegenüber der Aargauer Zeitung.

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel auf AZ online vom 20.5.2020.

Wir befinden uns in den letzten 10 Tagen des Monats Ramadan, in der sich auch die geheiligte Nacht der Bestimmung, arab. Lailat-ul-Qadr, befindet. Diese ist so bedeutend, dass Allah (t.) dieser Nacht eine ganze Sura gewidmet hat, und zwar die Sura Al-Qadr (97):

Wir haben ihn ja in der Nacht der Bestimmung hinabgesandt. Und was lässt dich wissen, was die Nacht der Bestimmung ist? Die Nacht der Bestimmung ist besser als tausend Monate. Es kommen die Engel und der Geist in ihr mit der Erlaubnis ihres Herrn mit jeder Angelegenheit herab. Frieden ist sie bis zum Anbruch der Morgendämmerung.

Keiner anderen Nacht wurde im Qur’an ein ganzes Kapitel gewidmet. Aber nicht nur das, auch zu Beginn der Sura Ad-Dukhaan (44) heisst es:

Ha-Mim. Bei dem deutlichen Buch! Wir haben es wahrlich in einer gesegneten Nacht herabgesandt – Wir haben ja (die Menschen) immer wieder gewarnt -.

Sie ist so bedeutend, dass sie wertvoller als 1’000 Monate, oder mit anderen Worten, wertvoller als ein ganzes Menschenleben ist.

Zur genauen Bedeutung des arabischen Wortes «Qadr» gibt es verschiedene Meinungen. Eine der geläufigsten ist, dass es sich um die Nacht der Macht handelt, da Allah (t.) etwas so Mächtiges wie den Qur’an auf die Erde herabgesandt hat und die Menschen damit ermächtigt, sich weiter zum Guten zu entwickeln.

Gemäss einer anderen Meinung handelt es sich bei Lailat-ul-Qadr um die Nacht der Bestimmung, da Allah (t.) in dieser Nacht wichtige Angelegenheiten bestimmt, z.B. Geburten, Heirat, Tod etc.

Es fällt auf, dass Allah (t.) nicht klar darlegt, auf welche Nacht genau Lailat-ul-Qadr fällt. Es gibt Überlieferungen des Propheten Muhammad (a.s.), die darauf hindeuten, dass es sich um eine ungerade, oder noch spezifischer, um die 27. Nacht im Ramadan handelt.

Aber offenbar möchte Allah (t.), dass wir diese Nacht in Demut suchen und finden. Sie soll sich durch besondere Ruhe und Frieden (arab. «Salaam») auszeichnen.

Das Beste, was man in dieser Nacht tun kann, ist sie soweit wie möglich im Gebet und mit der Rezitation des Qur’an zu verbringen und sich selbst zur Rechenschaft ziehen.

Ein gern gesprochenes Bittgebet lautet auf Arabisch:

Und in deutscher Übersetzung:

O Allah, Du bist vergebend, grosszügig, Du liebst es zu vergeben, so vergib mir.

Hamit Duran, im Ramadan 2020/1441

 

Seit einigen Jahren spendet die «Freitagsgruppe» – eine Gruppe engagierter muslimischer Frauen im Kanton Aargau – jeweils im Ramadan Fleisch und Nahrungsmittel an Bedürftige und Personen mit niedrigem Einkommen. Aufgrund der aktuell anhaltenden COVID-19-Pandemie wurde die Aktion dieses Jahr etwas grösser angelegt. Mit dem gesammelten Geldspenden wurden je 2 Kilogramm Fleisch für insgesamt 74 Familien gekauft. Die Halaal-Metzgerei «Fresh Food» in Wettingen beteiligte sich dankenswerterweise ebenfalls mit einer eigenen Spende an der Aktion.

Ein kleines Extra: Die Gruppe schrieb einen Ausspruch des Propheten Muhammad auf die Pakete: «Beschenkt euch, so entsteht Liebe unter euch».

Die Aargauer «Freitagsgruppe» bedankt sich ganz herzlich bei allen Beteiligten.

Am 29. April 2020 gab der Schweizer Bundesrat bekannt, dass die Massnahmen zum Schutz vor dem COVID-19-Virus weiter gelockert werden sollen. Leider betrifft dies noch nicht religiöse Einrichtungen wie Moscheen, Kirchen, Synagogen oder Tempel. Diese müssen noch mindestens bis zum 8. Juni geschlossen bleiben.

Das heisst konkret:

  • Moscheeschliessungen müssen bis zum 8. Juni bestehen bleiben.
  • Es dürfen weiterhin keine Freitagsgebete oder Tarawih-Gebete im Ramadan durchgeführt werden.
  • Weiterhin sind keinerlei Veranstaltungen erlaubt, wozu auch das im Ramadan gerne durchgeführte gemeinsame Fastenbrechen gehört.
  • Sämtlicher Präsenzunterricht in den Moscheen muss weiterhin ausgesetzt werden.

Weitere Details zur aktuellen Situation können der Medienmitteilung des Bundesrates vom 29. April 2020 entnommen werden

Über die nächste (dritte) Etappe der Lockerungen ab dem 8. Juni wird der Bundesrat an seiner Sitzung vom 27. Mai entscheiden. Vorgesehen sind unter anderem Entscheide zum Versammlungsverbot von mehr als 5 Personen und zu Gottesdiensten. Diese Lockerungen werden wieder durch entsprechende Schutzkonzepte begleitet werden. Es ist davon auszugehen, dass der Bundesrat am 27. Mai dazu weitere Anweisungen erlassen wird. Ein entsprechendes Schutzkonzept für Moscheen wird dann noch ausgearbeitet werden müssen.

In der Zwischenzeit empfehlen wir, die allgemeinen Verhaltensregeln des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) strikte einzuhalten.

Am 24. April 2020 hat der Ramadan, der 9. Monat im islamischen Mondkalender begonnen, dieses Jahr aufgrund der COVID-19-Pandemie unter besonderen und äusserst ungewohnten Umständen. Sehen Sie hier eine Grussbotschaft der FIDS:

 

Ungewohnt ist dieser Monat deshalb, weil weder das Fastenbrechen (Iftar) in der Gemeinschaft begangen werden kann, noch können die Tarawih-Gebete in den Moscheen verrichtet werden. Auch das Fest zum Ende des Ramadan (Id-u-Fitr) wird dieses Jahr wohl nicht wie üblich in der Gemeinschaft gefeiert werden können.

Und trotzdem, beim Ramadan handelt sich um eine ganz spezielle Zeit im jährlichen Lebensrhythmus der Musliminnen und Muslime. Einerseits wurde in diesem Monat das heilige Buch, der Qur’an, auf die Erde herabgesandt (siehe Qur’an, Sura 2, Vers 185). Und andererseits begeben sich die Musliminnen und Muslime durch das tägliche Fasten von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang in einen besonderen spirituellen Zustand. Sie unterziehen sich einer inneren Reinigung, indem sie sich noch mehr als sonst auf ihren Schöpfer, Allah, konzentrieren und sich vermehrt dem Gebet, Seiner Lobpreisung und der Rezitation des Qur’an widmen und sich selbst zur Rechenschaft ziehen. Aufgrund der Einschränkungen infolge der COVID-19-Epidemie wird dies dieses Jahr wohl noch viel intensiver geschehen.

Neben dieser spirituellen Reinigung wird auch der Körper der Fastenden gereinigt, entschlackt und entgiftet. Und durch die persönlicher Erfahrung von Hunger und Durst wird auch die Empathie mit den Notleidenden und Armen auf dieser Welt gestärkt. Nicht zuletzt darum wird im Ramadan mehr als sonst gespendet und wird die Zakat, die jährliche Armensteuer, entrichtet. Diese Spenden werden dieses Jahr wohl noch reichlicher als sonst ausfallen, da durch den Ausfall der gemeinsamen Iftars viele Musliminnen und Muslime das «gesparte Geld» den Notleidenden auf dieser Welt zugute kommen lassen werden.  

Erfahren Sie im Einführungsartikel zum Fasten im Ramadan noch mehr über die Besonderheiten dieses Monats. Und hier kann eine Broschüre mit 25 Fragen zum Fasten im Ramadan heruntergeladen werden.

Schliesslich können hier Empfehlungen für Aktivitäten im Ramadan während der COVID-19-Pandemie, welche durch die FIDS ausgearbeitet wurden, eingesehen werden.

Wir wünschen allen Musliminnen und Muslimen einen gesegneten Fastenmonat voll mit Allahs Barmherzigkeit und Segen und bitten Ihn um Erleichterung in dieser schwierigen Zeit.

In seiner Medienkonferenz vom 16. April 2020 gab der Schweizer Bundesrat bekannt, wie die schrittweise Lockerung der Schutzmassnahmen erfolgen soll.  

 

Etappenweises Vorgehen

Die Lockerungen sollen in mehreren Schritten erfolgen:

  • 1. Etappe: ab 27. April 2020
    Lockerung der Massnahmen bei Einrichtungen, die nur eine geringe Anzahl direkter Kontakte aufweisen, Schutzkonzepte einfach umsetzen können und keine bedeutenden Personenströme verursachen.
    Neben Betrieben mit personenbezogenen Dienstleistungen (Coiffeurgeschäfte, Massagepraxen etc.) können auch Bau- und Gartenfachmärkte sowie Gärtnereien und Blumenläden wieder öffnen.
  • 2. Etappe ab 11. Mai 2020
    Öffnung der obligatorischen Schulen sowie von Einkaufsläden und Märkten. Den Entscheid darüber will der Bundesrat am 29. April fällen.
  • 3. Etappe: ab 8. Juni 2020
    Mittel-, Berufs- und Hochschulen werden wieder Präsenzveranstaltungen abhalten dürfen. Gleichzeitig sollen Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe wie Museen, Bibliotheken, botanische Gärten und Zoos wieder öffnen und das Versammlungsverbot gelockert werden. Die Details zu dieser Etappe will der Bundesrat am 27. Mai beschliessen.

Weitere Details können der Pressemitteilung des Bundesrates entnommen werden.  

 

Auswirkungen für Musliminnen und Muslime in der Schweiz

Für die in der Schweiz lebenden Musliminnen und Muslime hat dies weiterhin konkrete Auswirkungen:

  • Da das Versammlungsgebot ab 5 Personen mindestens bis zum 8. Juni bestehen bleibt, müssen die Moscheen weiterhin auf die Durchführung von Gemeinschaftsgebeten verzichten, was faktisch der Fortführung der Moscheeschliessungen bis zum 8. Juni gleichkommt.
  • Das bedeutet auch, dass nach wie vor keine Freitagsgebete oder Tarawih-Gebete im Ramadan durchgeführt werden dürfen.
  • Weiterhin sind keinerlei Veranstaltungen erlaubt, wozu auch das im Ramadan gerne durchgeführte gemeinsame Fastenbrechen gehört.
  • Sämtlicher Präsenzunterricht in den Moscheen muss weiterhin ausgesetzt werden.

Nach wie vor empfiehlt es sich, die allgemeinen Verhaltensregeln des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) strikte einzuhalten.

Aufgrund vermehrter Anfragen zum Umgang mit muslimischen Verstorbenen während COVID-19-Pandemie hat die QuaMS – Muslimische Seelsorge Zürich am 30. März 2020 die Empfehlung «Umgang mit muslimischen Verstorbenen während Corona-Pandemie» publiziert.

Darin werden konkrete Empfehlungen für Sterbehilfe, Beerdigung und Repatriierung gegeben, in Übereinstimmung mit den Richtlinien der WHO:

  • Die Würde der Verstorbenen, ihre kulturellen und religiösen Traditionen sowie ihre Familien sollten stets respektiert und geschützt werden.
  • Eine übereilte Überführung von an COVID-19 Verstorbenen sollte vermieden werden.
  • Behörden sollten jede Situation auf Einzelfallbasis handhaben, wobei die Rechte der Familie, die Notwendigkeit der Feststellung der Todesursache und die Infektionsrisiken abgewogen werden.

 

Die Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz (FIDS) informiert in einem Rundschreiben vom 24. März 2020 über die Repatriierung von verstorbenen Musliminnen und Muslimen in ihre Heimatländer.

Diesem ist zu entnehmen, dass die Überführung der Leichname in den meisten Fällen zwar möglich ist, Angehörige der Verstorbenen aber nicht mitreisen dürfen. Weitere Informationen können dem Rundschreiben entnommen werden.

Wichtige Information für Bestattungen in der Schweiz

Der Schweizerische Rat der Religionen (SCR) gibt bekannt, dass er vom BAG bezüglich Bestattungen wie folgt informiert worden ist:

Artikel 6 Absatz 3 Buchstabe l der COVID-19-Verordnung 2 erlaubt Beerdigungen im  engsten Familienkreis. Die Vorgabe  engster Familienkreis ist als Ausnahme vom Verbot der Ansammlung von mehr als 5 Personen zu verstehen.

Demzufolge gibt es keine Vorgabe betreffend die maximale Anzahl anwesender Personen, solange sie zum engsten Familienkreis gehören. Es ist der Familie überlassen, zu entscheiden, wer zum engsten Familienkreis gehört – also z.B. Ehepartnerinnen, Lebenspartner, Kinder, Geschwister, Eltern etc.  Eine zahlenmässige Einschränkung gibt es nicht, weshalb auch nicht im Zuge der Auslegung der Verordnung eine exakte Zahl angegeben werden kann.

Es müssen aber auf jeden Fall die Vorgaben betreffend Abstand und Hygiene eingehalten werden. 10-20 Personen scheint eine angemessene Anzahl; je nach Anzahl Geschwister oder Kinder können es aber ganz ausnahmsweise auch mehr sein. Die aktuellen Empfehlungen und Informationen finden Sie jeweils auf unserer Website.