Seit einigen Jahren spendet die «Freitagsgruppe» – eine Gruppe engagierter muslimischer Frauen im Kanton Aargau – jeweils im Ramadan Fleisch und Nahrungsmittel an Bedürftige und Personen mit niedrigem Einkommen. Aufgrund der aktuell anhaltenden COVID-19-Pandemie wurde die Aktion dieses Jahr etwas grösser angelegt. Mit dem gesammelten Geldspenden wurden je 2 Kilogramm Fleisch für insgesamt 74 Familien gekauft. Die Halaal-Metzgerei «Fresh Food» in Wettingen beteiligte sich dankenswerterweise ebenfalls mit einer eigenen Spende an der Aktion.

Ein kleines Extra: Die Gruppe schrieb einen Ausspruch des Propheten Muhammad auf die Pakete: «Beschenkt euch, so entsteht Liebe unter euch».

Die Aargauer «Freitagsgruppe» bedankt sich ganz herzlich bei allen Beteiligten.

Mitteilung der FIDS:

Hinsichtlich der vom Bundesrat kürzlich erteilten Lockerungen zur Coronakrise hat der Vorstand der FIDS seit einiger Zeit an einem Schutzkonzept anlässlich der Moscheeöffnungen gearbeitet. Dieses Schutzkonzept wurde von diversen medizinischen und religiösen Fachpersonen mitgestaltet und wird in Kürze dem Bundesrat und dem BAG zur Prüfung vorgelegt. Sobald wir eine positive Rückmeldung erhalten haben, wird dieses Schutzkonzept den Vereinen und Moscheen zugänglich gemacht. In der Hoffnung auf eine baldige Öffnung der Moscheen mit gleichzeitigem Schutz aller Besucher, wünschen wir Ihnen weiterhin eine gesegnete Ramadanzeit.

Der FIDS Vorstand

Auch die FIDS und deren Dachorganisationen, sowie die Moscheen sind in der Coronakrise nicht unverschont geblieben. Umso mehr sind wir in dieser Situation auf Spenden angewiesen, damit wir auch dieses Jahr unsere Kosten weiter decken und unsere Projekte durchführen können.

Die Einnahmen unterstützen die FIDS diese wichtigen und wertvollen Aufgaben professionell weiterzuführen. Ramadan ist eine Gelegenheit, wo jeder Muslim etwas beitragen kann. Mit Deiner Unterstützung schaffen wir es unsere Arbeit weiterhin zu verbessern. Mach mit bei unserer Ramadanaktion!

Ein ganz grosses Dankeschön!

«Und nicht ein Blatt fällt nieder, ohne dass Allah es weiss.» (An‘am / 59) 

Link zur Spendenkampagne

Am 29. April 2020 gab der Schweizer Bundesrat bekannt, dass die Massnahmen zum Schutz vor dem COVID-19-Virus weiter gelockert werden sollen. Leider betrifft dies noch nicht religiöse Einrichtungen wie Moscheen, Kirchen, Synagogen oder Tempel. Diese müssen noch mindestens bis zum 8. Juni geschlossen bleiben.

Das heisst konkret:

  • Moscheeschliessungen müssen bis zum 8. Juni bestehen bleiben.
  • Es dürfen weiterhin keine Freitagsgebete oder Tarawih-Gebete im Ramadan durchgeführt werden.
  • Weiterhin sind keinerlei Veranstaltungen erlaubt, wozu auch das im Ramadan gerne durchgeführte gemeinsame Fastenbrechen gehört.
  • Sämtlicher Präsenzunterricht in den Moscheen muss weiterhin ausgesetzt werden.

Weitere Details zur aktuellen Situation können der Medienmitteilung des Bundesrates vom 29. April 2020 entnommen werden

Über die nächste (dritte) Etappe der Lockerungen ab dem 8. Juni wird der Bundesrat an seiner Sitzung vom 27. Mai entscheiden. Vorgesehen sind unter anderem Entscheide zum Versammlungsverbot von mehr als 5 Personen und zu Gottesdiensten. Diese Lockerungen werden wieder durch entsprechende Schutzkonzepte begleitet werden. Es ist davon auszugehen, dass der Bundesrat am 27. Mai dazu weitere Anweisungen erlassen wird. Ein entsprechendes Schutzkonzept für Moscheen wird dann noch ausgearbeitet werden müssen.

In der Zwischenzeit empfehlen wir, die allgemeinen Verhaltensregeln des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) strikte einzuhalten.

Am 24. April 2020 hat der Ramadan, der 9. Monat im islamischen Mondkalender begonnen, dieses Jahr aufgrund der COVID-19-Pandemie unter besonderen und äusserst ungewohnten Umständen. Sehen Sie hier eine Grussbotschaft der FIDS:

 

Ungewohnt ist dieser Monat deshalb, weil weder das Fastenbrechen (Iftar) in der Gemeinschaft begangen werden kann, noch können die Tarawih-Gebete in den Moscheen verrichtet werden. Auch das Fest zum Ende des Ramadan (Id-u-Fitr) wird dieses Jahr wohl nicht wie üblich in der Gemeinschaft gefeiert werden können.

Und trotzdem, beim Ramadan handelt sich um eine ganz spezielle Zeit im jährlichen Lebensrhythmus der Musliminnen und Muslime. Einerseits wurde in diesem Monat das heilige Buch, der Qur’an, auf die Erde herabgesandt (siehe Qur’an, Sura 2, Vers 185). Und andererseits begeben sich die Musliminnen und Muslime durch das tägliche Fasten von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang in einen besonderen spirituellen Zustand. Sie unterziehen sich einer inneren Reinigung, indem sie sich noch mehr als sonst auf ihren Schöpfer, Allah, konzentrieren und sich vermehrt dem Gebet, Seiner Lobpreisung und der Rezitation des Qur’an widmen und sich selbst zur Rechenschaft ziehen. Aufgrund der Einschränkungen infolge der COVID-19-Epidemie wird dies dieses Jahr wohl noch viel intensiver geschehen.

Neben dieser spirituellen Reinigung wird auch der Körper der Fastenden gereinigt, entschlackt und entgiftet. Und durch die persönlicher Erfahrung von Hunger und Durst wird auch die Empathie mit den Notleidenden und Armen auf dieser Welt gestärkt. Nicht zuletzt darum wird im Ramadan mehr als sonst gespendet und wird die Zakat, die jährliche Armensteuer, entrichtet. Diese Spenden werden dieses Jahr wohl noch reichlicher als sonst ausfallen, da durch den Ausfall der gemeinsamen Iftars viele Musliminnen und Muslime das «gesparte Geld» den Notleidenden auf dieser Welt zugute kommen lassen werden.  

Erfahren Sie im Einführungsartikel zum Fasten im Ramadan noch mehr über die Besonderheiten dieses Monats. Und hier kann eine Broschüre mit 25 Fragen zum Fasten im Ramadan heruntergeladen werden.

Schliesslich können hier Empfehlungen für Aktivitäten im Ramadan während der COVID-19-Pandemie, welche durch die FIDS ausgearbeitet wurden, eingesehen werden.

Wir wünschen allen Musliminnen und Muslimen einen gesegneten Fastenmonat voll mit Allahs Barmherzigkeit und Segen und bitten Ihn um Erleichterung in dieser schwierigen Zeit.

Die Föderation islamischer Dachorganisationen der Schweiz (FIDS) hat eine Wegleitung mit Empfehlungen für Aktivitäten während des bevorstehenden Monats Ramadan 2020/1441 herausgegeben:

Die Wegleitung wurde in Zusammenarbeit mit den aufgeführten Dachverbänden erstellt und von der FIDS Imam-Kommission geprüft und gutgeheissen.

In seiner Medienkonferenz vom 16. April 2020 gab der Schweizer Bundesrat bekannt, wie die schrittweise Lockerung der Schutzmassnahmen erfolgen soll.  

 

Etappenweises Vorgehen

Die Lockerungen sollen in mehreren Schritten erfolgen:

  • 1. Etappe: ab 27. April 2020
    Lockerung der Massnahmen bei Einrichtungen, die nur eine geringe Anzahl direkter Kontakte aufweisen, Schutzkonzepte einfach umsetzen können und keine bedeutenden Personenströme verursachen.
    Neben Betrieben mit personenbezogenen Dienstleistungen (Coiffeurgeschäfte, Massagepraxen etc.) können auch Bau- und Gartenfachmärkte sowie Gärtnereien und Blumenläden wieder öffnen.
  • 2. Etappe ab 11. Mai 2020
    Öffnung der obligatorischen Schulen sowie von Einkaufsläden und Märkten. Den Entscheid darüber will der Bundesrat am 29. April fällen.
  • 3. Etappe: ab 8. Juni 2020
    Mittel-, Berufs- und Hochschulen werden wieder Präsenzveranstaltungen abhalten dürfen. Gleichzeitig sollen Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe wie Museen, Bibliotheken, botanische Gärten und Zoos wieder öffnen und das Versammlungsverbot gelockert werden. Die Details zu dieser Etappe will der Bundesrat am 27. Mai beschliessen.

Weitere Details können der Pressemitteilung des Bundesrates entnommen werden.  

 

Auswirkungen für Musliminnen und Muslime in der Schweiz

Für die in der Schweiz lebenden Musliminnen und Muslime hat dies weiterhin konkrete Auswirkungen:

  • Da das Versammlungsgebot ab 5 Personen mindestens bis zum 8. Juni bestehen bleibt, müssen die Moscheen weiterhin auf die Durchführung von Gemeinschaftsgebeten verzichten, was faktisch der Fortführung der Moscheeschliessungen bis zum 8. Juni gleichkommt.
  • Das bedeutet auch, dass nach wie vor keine Freitagsgebete oder Tarawih-Gebete im Ramadan durchgeführt werden dürfen.
  • Weiterhin sind keinerlei Veranstaltungen erlaubt, wozu auch das im Ramadan gerne durchgeführte gemeinsame Fastenbrechen gehört.
  • Sämtlicher Präsenzunterricht in den Moscheen muss weiterhin ausgesetzt werden.

Nach wie vor empfiehlt es sich, die allgemeinen Verhaltensregeln des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) strikte einzuhalten.

Wenn der Bundesrat den Lockdown verlängere, werde der Ramadan, die islamische Fastenzeit, in diesem Jahr unter erschwerten Umständen stattfinden. Das sagte der Geschäftsführer der Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (Vioz) gegenüber kath.ch. Die Corona-Krise bedeute für praktizierende Muslime bereits eine grosse Umstellung bei der Ausübung der religiösen Gebote in der Gemeinschaft.

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