Morgen am 13.04.2021 beginnt der Monat Ramadan, dem 9. Monat im islamischen Mondkalender.

Auch dieses Jahr aufgrund der COVID-19-Pandemie unter besonderen und äusserst ungewohnten Umständen. Auch dieses Jahr gibt es für gläubige Muslime Einschränkungen für die Gemeinsame Gebete (Tarawih) und gemeinsames Treffen beim Iftar (Fastenbrechen)

Es handelt sich um eine ganz spezielle Zeit im jährlichen Lebensrhythmus der Musliminnen und Muslime. Einerseits wurde in diesem Monat das heilige Buch, der Qur’an, auf die Erde herabgesandt (siehe Qur’an, Sura 2, Vers 185).

Andererseits begeben sich die Musliminnen und Muslime durch das tägliche Fasten von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang in einen besonderen spirituellen Zustand. Sie unterziehen sich einer inneren Reinigung, indem sie sich noch mehr als sonst auf ihren Schöpfer, Allah, konzentrieren und sich vermehrt dem Gebet, Seiner Lobpreisung und der Rezitation des Qur’an widmen und sich selbst zur Rechenschaft ziehen.

Neben dieser spirituellen Reinigung wird auch der Körper der Fastenden gereinigt, entschlackt und entgiftet. Und durch die persönlicher Erfahrung von Hunger und Durst wird auch die Empathie mit den Notleidenden und Armen auf dieser Welt gestärkt. Nicht zuletzt darum wird im Ramadan mehr als sonst gespendet und wird die Zakat, die jährliche Armensteuer, entrichtet.

Erfahren Sie in unserem Einführungsartikel zum Fasten im Ramadan noch mehr über die Besonderheiten dieses Monats. Und hier kann eine Broschüre mit 25 Fragen zum Fasten im Ramadan heruntergeladen werden.

Wir wünschen allen Musliminnen und Muslimen einen gesegneten Fastenmonat voll mit Allahs Barmherzigkeit und Segen und bitten Ihn um Erleichterung in dieser schwierigen Zeit.

Ramadan Karim!

 

Die Armeeseelsorge begegnet in der Milizarmee einem Spiegelbild der Gesellschaft. Um dieser Diversität gerecht werden zu können, geht sie den eingeschlagenen Weg weiter und geht neue Partnerschaften mit dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG) sowie mit der Föderation Islamischer Dachorganisationen der Schweiz (FIDS) ein.

Lesen Sie mehr dazu auf vbs.admin.ch, vom 29. März 2021

Das Volk hat gesprochen: Die Schweizerische Bundesverfassung ist um einen Artikel reicher, der sich gegen eine einzelne Minderheit richtet. Es hat damit ein Zeichen gesetzt. Nicht gegen den «politischen Islam» und «Islamismus», sondern zugunsten des «politischen Islams», denn dem ist dieses «Zeichen» nämlich noch so willkommen, unterstützt es doch dessen Narrativ vom Westen, der Islam und Muslime hasse und als Feinde betrachte, wo Muslime nicht willkommen seien und unterdrückt würden. Das Schweizer Stimmvolk hat aber vor allem ein Zeichen gesetzt dafür, dass das Grundrecht der Glaubens- und Gewissensfreiheit, was die Muslime in diesem Land betrifft, allmählich zu einer leeren Floskel verkommt.

Lesen Sie mehr dazu auf gms-minderheiten.ch,  März 2021

Ende 2017 hat die Schweizer Regierung den sog. Nationalen Aktionsplan zur Verhinderung und Bekämpfung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus verabschiedet und in Kraft gesetzt. Er ist Teil der Strategie der Schweiz zur Terrorismusbekämpfung, bei der die Prävention von entscheidender Bedeutung ist.

Im Rahmen eines Impulsprogramms, das in diesem Zusammenhang ebenfalls verabschiedet wurde, haben wir vom VAM einen Projektantrag gestellt, welcher folgende Elemente umfasst:

  • Erstellung eines Kurzfilms, welcher Radikalisierung und Extremismus unter Jugendlichen  thematisiert, Alternativen aufzeigt und somit die Grundlagen für eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Thematik liefert.
  • Der Film soll an verschiedenen Orten im Rahmen eines Workshops gezeigt und diskutiert  werden. Jugendliche sollen so die Gelegenheit erhalten, sich vertieft mit dem Thema auseinanderzusetzen um einerseits nicht selbst Opfer von Extremismus zu werden und Tendenzen bei Freunden, Kollegen etc. besser zu erkennen. Als Orte eignen sich insbesondere Schulen, Jugendtreffs, aber auch Moscheen, Kirchgemeinden etc.
  • Erstellung eines Fachregisters mit Vertiefungsmaterial.

Nachdem wir bereits im Juni 2020 die Finanzierungszusage vom Kanton Aargau bekommen hatten, hat schliesslich auch der Bund im Dezember 2020 seine Unterstützung zugesagt. Seit kurzem ist unser Filmprojekt auf der Liste der unterstützten NAP-Projekte auf der fedpol-Webseite aufgeführt.

Anfang 2021 hat das VAM-Projektteam, auf den bereits geleisteten Vorarbeiten aufbauend, mit der eigentlichen Arbeit begonnen. Bis Mitte März 2021 wurden bereits verschiedene mögllche Stories erarbeitet und einem fachlichen Beirat zur Beurteilung vorgelegt. Aufgrund der zum Teil sehr detaillierten Rückmeldungen wurde ein provisorisches Drehbuch erstellt und nochmals in die Vernehmlassung geschickt. Ziel ist es, den Film bis Ende 2021 fertigzustellen und mit Filmvorführungen und Workshops Anfang 2022 zu beginnen.

Dieses Projekt passt perfekt zur strategischen und ideologischen Ausrichtung des VAM, der jede Art von Gewalt und Extremismus kategorisch ablehnt. Bereits am 12. März 2005 veranstaltete der VAM eine vielbeachtete Friedenskundgebung auf dem Unteren Bahnhofplatz in Baden. Dabei haben alle anwesenden Musliminnen und Muslime eine Friedens-Resolution unterzeichnet, in welcher Gewalt in jeglicher Form eine unmissverständliche Absage erteilt und der Wille für ein friedliches und verständnisvolles Zusammenleben aller Religionen und Kulturen bekräftigt wird.

Wir sind über das Ergebnis der Abstimmung sehr enttäuscht. Die Enttäuschung ist mit grosser Empörung vermischt. Es wäre zu erwarten gewesen, dass das Schweizer Volk nicht zulassen würde, dass eine Symbolpolitik auf dem Rücken einiger muslimischen Frauen betrieben und ausgetragen wird. Diese Symbolpolitik richtet sich gegen Musliminnen und Muslime. Sie schadet aber auch der gesamten Schweiz, die mit der Annahme der Initiative ihre eigenen Werte untergraben hat. Mit der Annahme der Initiative ist der Frau nicht gedient. Verankerungen von Kleidervorschriften in der Verfassung sind kein Befreiungskampf der Frau, sondern ein Rückzug in die Vergangenheit. Echte Gleichberechtigung und Gleichstellung sehen anders aus. In dieser Hinsicht gibt es noch viel zu tun.

Gesellschaftliche Werte der Schweiz
Die Schweizer Tradition ist geprägt von Werten der Neutralität, Toleranz und Friedensstiftung. Diese Werte haben mit der Debatte rund um das Verhüllungsverbot gelitten. Als Bürgerinnen und Bürger, sowie Mitglieder der Gesamtgesellschaft, müssen wir zur Stärkung einer liberalen und demokratischen Schweiz zurückkehren. Unsere gemeinsame Gesellschaft muss über niedere politische Manöver hinausgehen. Gesellschaftliche Grundwerte dürfen nicht mehr untergraben werden.

Inklusion ohne weitere Ausgrenzung
Nach dem Sonderbundskrieg haben Religionsvielfalt und individuelle Freiheit die Schweiz geprägt. Zu den vielfältigen religiösen Ausprägungen der Schweiz gehört der Islam als Religion, ebenso wie Musliminnen und Muslime als Teil der Bevölkerung schon längst zur Schweiz gehören. Wie jeder Mensch eine vielfältige Identität hat, so sind auch Musliminnen und Muslime Menschen, die hierher gehören. Sie werden dieses Land nicht verlassen. Wir sind ein gleichberechtigter Teil der Gesellschaft und erwarten, als solcher behandelt zu werden. Antimuslimischer Rassismus darf nicht mehr salonfähig gemacht werden und weitere diskriminierende Handlungen sind nicht zu akzeptieren, wie dies auch insbesondere im Rahmen der Abstimmungskampagne zum Verhüllungsverbot der Fall war. Weitere Kleidervorschriften gehören nicht in die Verfassung und damit auch nicht in das Gesetz.

Brücken weiter verstärken
Die stimmungsgeladene Debatte der letzten Monate hat den bestehenden Brücken zwischen der Gesamtgesellschaft und der muslimischen Gemeinschaft geschadet. Deshalb muss der gesellschaftliche Dialog wieder gefördert werden. Konkret umsetzbare Anliegen und Projekte mit den hier lebenden Musliminnen und Muslimen sehen wir als FIDS vonnöten. Ein erfolgreiches Zusammenleben ist nur funktionsfähig, wenn die Mehrheitsgesellschaft die Minderheiten am gesellschaftlichen Leben teilnehmen lässt. Diskussionen müssen auf Augenhöhe geführt werden. Bei offensichtlicher Ungleichbehandlung bestimmter Minderheiten sind diese in Schutz zu nehmen durch die Mehrheitsgesellschaft. Solche Gesten sind heute zu selten. Die mediale und gesellschaftliche Debatte sollte weniger über den Köpfen der hiesigen Musliminnen und Muslime hinweg, und mehr auf gleichberechtigte Art und Weise mit ihnen geführt werden.

An die Musliminnen und Muslime in der Schweiz
Die geführte Debatte sollte niemanden entmutigen. Die wertvolle ehrenamtliche Arbeit, welche die Musliminnen und Muslime seit Jahrzehnten leisten, sollte weitergeführt werden. Wir können nur mit verbündeten Kräften in Richtung einer inklusiven Gesellschaft arbeiten, die alle gleichermassen am gesellschaftlichen Leben teilhaben lässt. Es braucht Mut und viel Energie diesen Weg zu gehen. Wir möchten allen, die dazu beitragen, ein friedvolles Leben in diesem Lande zu gestalten, herzlichst danken.

Unsere Forderung an die Politik
Wir sind ein Teil dieser Gesellschaft und wir erwarten als ein solcher behandelt zu werden. Als Menschen erwarten wir Zukunftsperspektiven und dulden es nicht mehr, in einer solchen Art und Weise zu politischen Zwecken instrumentalisiert zu werden. Wie die EKM in ihrem Positionspapier am 3. März 2021 kommuniziert hat, «braucht es eine uneingeschränkte Akzeptanz des Islam als Religion, die in vielfältigen Ausprägungen längst Teil der schweizerischen Gesellschaft geworden ist und zur Schweiz gehört». Das bestärkt die Idee, eine Prüfung der Anerkennung der Muslime als nationale Minderheit zur Diskussion zu stellen. Hass und Hetze muss hiermit ein Ende nehmen. Wir blicken auf eine inklusive, bunte und gute gemeinsame Zukunft in der Schweiz, worin jede und jeder teilhaben kann.

FIDS, 07.03.2021

Für telefonische Rückfragen:
079 223 33 45, Önder Günes, FIDS Mediensprecher
078 892 85 82, Pascal Gemperli, FIDS Mediensprecher (F und D)

Die Entscheidung für den «Wettbewerb Burka-Initiative» ist gefallen, der FIDS Vorstand verkündet hiermit die Gewinner:

Die emotionale Debatte zum Thema Burka Initiative konnte in Formen wie Karikatur, Zeichnung, Prosa oder Text in diesem Wettbewerb ausgelegt werden. Es kamen Meinungen, die äusserst kreativ, ausgeprägt, bunt und divers waren. Auch die Teilnehmer entsprachen dieser Vielfalt, von jung bis alt, haben unterschiedliche Altersgruppen an diesem Wettbewerb teilgenommen. Wie sich jeder vorstellen kann, war das Auswahlverfahren nicht so einfach. Auch möchten wir uns bei allen Teilnehmern herzlich dafür danken, dass sie trotz der emotionalen Debatte, welche in den Medien zugespitzt geführt wird, sich an die vorgegebenen Rahmenbedingungen gehalten und keine beleidigenden Aussagen getroffen haben.

Nach intensivem Austausch, kam folgender Entscheid zustande:

Den ersten Platz belegt der Text«Gesichtsverhüllung: Eine liberale Abhandlung aus muslimischer Perspektive» von A. Halilovic und E. Taha

Den zweiten Platzbelegt die Zeichnung: «Une réalité masquée» von R. Ahmed

Den dritten Platzbelegt die Zeichnung: «Verhüllungsverbot im Ernst?» von R. Sijamhodzic

Wir waren noch von weiteren Meinungen so angetan, dass wir entschlossen haben, noch zwei spezielle Preise für die Jugendliche zu geben.

Spezieller Preis für die Zeichnung:  «Informationsplakat, Argumente für Nein zum Verhüllungsverbot» von A. & A. Hodzic

Spezieller Preis für den Text: «Ein Land voller “Freiheiten”?» von H. Rushdhi

Im Namen des FIDS Vorstandes bedanken wir uns bei jedem Teilnehmer, ihre Meinung zu dieser nicht so einfachen Debatte geäussert zu haben.

Herzlichen Dank an alle!

Die FIDS möchte deiner Stimme Gehör verschaffen und organisiert einen Wettbewerb. Hier hast du die Möglichkeit dich auf eine kreative Art und Weise am Diskurs zu beteiligen. Deshalb laden wir dich ein am Wettbewerb teilzunehmen, damit auch deine Stimme gehört oder gesehen wird.

Deine Idee oder deine Meinung kann ironisch, satirisch, lustig, ernst, demaskierend oder einfach nur sachlich sein. Schlussendlich ist es deine Idee und deine Ansicht die zählt.


La FOIS veut faire entendre ton opinion et organise un concours. Tu as ici la possibilité et le moyen de participer au débat. Nous t’invitons donc à participer au concours afin de faire entendre ta voix et ton opinion.

Ton idée ou opinion peut être ironique, satirique, drôle, sérieuse, démasquée ou directement factuelle. Enfin de compte, c’est ton approche et ton opinion qui compte.

Sag oder zeichne uns, was Du darüber denkst !

C’est ton idée qui compte !

Hier geht es zum Wettbewerb/ Concours

Die Vollverhüllungsinitiative hat gute Chancen, angenommen zu werden. Mit dem Islam hat sie wenig zu tun. Mit der Schweiz leider sehr viel.

Wenn es sich nicht um ein ernstes Thema handeln würde, wäre es einfach nur ein schlechter Witz: Die Schweiz stimmt ab über ein Burkaverbot. Beziehungs­weise, wie es natürlich ganz nüchtern und wertfrei heisst, ein «Verhüllungsverbot», oder, wie sich die Befürworter zu «präzisieren» beeilen, ein Nikab-Verbot. Ein Nikab wird mit viel Glück ja immerhin ein paar Mal pro Jahr auf der Zürcher Bahnhof­strasse oder der Interlakner Seepromenade gesichtet, während wir die Burka ausschliesslich aus «Tagesschau»-Beiträgen über Afghanistan kennen. Die Debatte ist so absurd, dass man sich noch nicht einmal die ausgefeilten Argumentarien der Initiativgegner anhören mag, welche den Rechtsstaat, den Liberalismus, die Religions­freiheit ins Feld führen und natürlich alle völlig richtig sind.

Lesen Sie mhr dazu auf republik.ch, vom 06. Feb. 2021

Die FIDS betrachtet die Initiative zum Verhüllungsverbot als reine Symbolpolitik und lehnt die Vorlage ab. Stattdessen schliesst sich die FIDS dem indirekten Gegenvorschlag des Bundesrates und der einstimmig gefassten Mittteilung des Schweizerischen Rates der Religionen an, welche ein deutliches Zeichen für ein friedliches Zusammenleben ist.  

In der Schweiz gibt es laut Studie der Universität Luzern ungefähr 20 bis 30 Nikabträgerinnen. Damit wäre ein Bevölkerungsanteil von lediglich 0.0003% von dieser Verfassungsänderung betroffen. Entgegen den Voten der Verbotsbefürworter handelt es sich in der Schweiz kaum um ausländische  Extremisten, sondern meistens um Konvertitinnen, welche die Verhüllung aus freien Stücken und aus religiöser Überzeugung gewählt haben. Die kürzlich erschienene Studie “Verhüllung” von Dr. Andreas Tunger-Zanetti gibt erstmals vorliegende wissenschaftliche Einblicke in die Situation in der Schweiz.

Die FIDS ist der Auffassung, dass eine Kleiderordnung in der Verfassung nicht mit einem liberalen Rechtsstaat vereinbar ist. Ein allfälliger Extremismus wird mit dem Verbot nicht unterbunden, da eine Ideologie nicht durch Kleidervorschriften eliminiert werden kann.

Mehr

  • Der Bundesrat spricht sich gegen die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» aus.
  • Die Gesichtsverhüllung sei in der Schweiz ein Randphänomen. Ein Verbot beschneide die Rechte der Kantone, schade dem Tourismus und helfe den Frauen nicht, argumentiert Justizministerin Karin Keller-Sutter vor den Bundeshausmedien.
  • Die Landesregierung unterstützt aber einen indirekten Gegenvorschlag. Dieser sieht vor, dass Personen zur Identifikation gegenüber Behörden ihr Gesicht zeigen müssen.

Die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» verlangt, dass schweizweit niemand sein Gesicht verhüllen darf. Das Verbot würde an allen Orten gelten, die öffentlich zugänglich sind – so zum Beispiel auf den Strassen, in Restaurants oder im Museum.

Lesen Sie den ganzen Beitrag dazu auf srf.ch, vom 19. Jan. 2021